Seelsorge und Praxisphilosophie

"​Ich rede gut über Dich!"

So stand es auf einer Postkarte vom Erzbistum Berlin zum Jahr der Barmherzigkeit 2016, die viele meiner Klienten und mich sehr anspricht, denn eigentlich haben wir alle genug von unserem inneren Ankläger, von Vorwürfen, Schuldzuweisungen und negativen Gedanken.

Gut reden bedeutet im lateinischen und griechischen "Segnen". Ich gehe davon aus, dass Sie die Dinge in der Vergangenheit so gut getan haben, wie Sie konnten. Meine jahrelange Erfahrung sagt: Man kann Menschen nicht mehr verurteilen, wenn man ihre Geschichte kennt. Wenn Sie selbst enttäuscht sein sollten über das, was Sie nun lieber anders gemacht hätten, so werden wir gemeinsam herausfinden, warum es bisher nicht ging, aber wie Sie ab jetzt Veränderungen realisieren - Schritt für Schritt -.

Und sich selbst vergeben und Vergebung erlangen können. Gern gehe ich mit Ihnen dabei auch durch heilsame Trauer und Reue. Wir bleiben auf Augenhöhe und ich würdige Ihren Weg. Mein Arbeitsstil verzichtet auf "Abkanzeln", Drohbotschaft und setzt die Liebe als Maßstab. Das höchte Gebot ist nun einmal einfach:


Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken,
und Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.                                                       Lukas 10,27


Wir werden mit freundlichen Augen auf Ihr Leben schauen und dort Sinn finden, wo Sie bisher Dunkelheit sahen. Psychoedukation sehe ich als Teil meiner Hilfestellung. Ich erkläre Ihnen gern die Entwicklung von Verhalten, Gewohnheiten und die Freiheit, die zwischen Reiz und Reaktion liegt. Sie erarbeiten hier für sich Verhaltensalternativen, aufbauende Gedanken, eine positive Gehirnchemie und eine Lebensform, die Sie vom "Überleben" zum Leben führt.

Seele - und Gott

Wenn es um die Ansprache und die Heilung der Seele geht, dann stößt jede Wissenschaft an Grenzen, nämlich die Grenzen der Transzendenz Gottes, in die unsere Seele hineinreicht. Die Seele ist nicht messbar, nicht greifbar, sie ist rein nicht-materieller Natur und individuell.

Meine Annäherung an Ihre Seele ist daher vor allem intuitiv und findet parallel zu feinem Hinhören und inspiriertem Fragen auf der Ebene der Empfindungen, des Geistes und der sensiblen Wahrnehmung statt. Gerade das am tiefsten Verborgene braucht die leiseste, sanfteste Annäherung: Herz, Gebet, Stille, Einlassen, Zuwendung und Berührung.

Wissen, Bildung, Methode und Sprache sind wichtig und wertvoll, eröffnen uns jedoch nur eine Teilsicht. Die Kombination erst - die Betrachtung der Ganzheit des Menschen mittels aller Ebenen des Menschseins - bringt uns vorwärts. Es ist meine stetige Erfahrung in dieser Arbeit, dass Gott uns dort einen individuellen Weg zum Heil des jeweiligen Menschen zeigt.

Gott mit uns

Ich bitte Gott, sein heiliges Licht auf diesen Menschen oder seine spezielle Fragestellung, seinen Schmerz oder den Auslöser seiner Krankheit scheinen zu lassen, damit wir Licht und Schatten erkennen können. Intuitiv entstehen Empfindungen über diese Seele. Ich höre sie oder ich empfange Bilder von ihr. Manchmal spüre ich, wo der Schmerz im Körper sitzt an meinem eigenen Körper oder ich fühle dieselben Gefühle.

Heute kann ich das so sagen, weil ich diese Wahrnehmungen über Jahre bei meinen Klienten anschließend verifizieren konnte. Wenn ich diese Empfindungen und Worte dann zu einem Bild, einer Geschichte zusammenführe und erzähle, dann können wir gemeinsam erarbeiten, wo Ihr Weg zur Gesundheit für Körper und Seele hinführen kann. Ich gern ​auf das Gebet:

  • Mit hörendem Gebet: Wir können ein gemeinsames hörendes Gebet zu Ihren brennendsten Problemen sprechen und so zu Erkenntnissen kommen, die unsere eigenen Fähigkeiten weit übersteigen.
  • Mit Fürbittgebet: Ich bete für Sie in den Situationen, in denen Sie Lieblosigkeit erlebten, Verletzungen erlitten, Schmerz fühlten, ihren Glauben an Angst oder Zorn verloren. Ganz besonders, wenn wir auf Ihrem Weg bei einer Traumatisierung angelangt sind, damit Gott sich genau dieses momentan aktiven Ort annimmt.
  • ​Mit Segensgebet: Wenn Sie einen neuen Geist, eine spezielle Gabe brauchen, dann bitte ich um Gottes Segen für Sie und diese Gabe.


​Dein Glaube hat Dir geholfen

Die Heilung findet nicht nur passiv statt, sondern will von Ihnen aktiv in Ihrem Denken, in Ihrem individuellen Glaubenssystem und Ihren Gewohnheiten umgesetzt werden. Dort setze ich an, sobald Schmerz, Leid, Trauer, Anklage oder akuter Liebesmangel durch liebevolle therapeutische Zuwendung, Aussprache und Zuhören und Berührung abgeklungen sind.

Wenn wir erkennen, wo wir innerlich und äußerlich fehlgehen in Gedanken, beispielsweise

  • aus fehlgedeuteter Erfahrung Erlerntem,
  • in nicht mehr altersgemäßen Bewältigungs- und Überlebensstrategien,
  • aus der Kindheit mitgebrachten und noch nicht überprüften und besänftigten Ängsten,
  • aus schmerzhaften Lebenserfahrungen, deren Sinn zur Entdeckung aussteht oder wo Vergebung ansteht,

dann haben Sie eine Chance auf Veränderung und Heilung. Dieser Erkenntnisprozess ist das "Elixier" der Heilung, er wird durch Gnade gegeben, und steht vor ihr an. Dies ist enorm wichtig für die Rückfallprophylaxe. Aus ihm heraus folgt das Umsetzen des Neuen im alltäglichen Leben. Neue, gesündere Gewohnheiten bilden sich in Denken und Verhalten und verhindern erneute Kränkung.


 "Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz, das lebt. Ich erfülle euch mit meinem Geist und mache aus euch Menschen, die nach meinen Ordnungen leben."​                           ​Ez 36, 26- 27:


​Das Wort Gottes

​Eine wahre Quelle der Zuversicht und Sicherheit fließt ​aus dem​ Wort Gottes. Zusagen über Zusagen, Liebeserklärungen Gottes an uns Menschen, Wegweisungen. Wir können uns nur verbeugen vor der Weisheit Gottes, die so weit über unseren Perspektiven liegt. Sein Wille ist das Beste für uns. Wir setzen die Bibel ein:

  • damit Sie Trost finden, zum Beispiel in den Psalmen,
  • damit Sie Zusammenhänge verstehen und Ursachen erkennen,
  • damit Sie einen guten Weg für sich entscheiden, der sich mit dem Wort deckt.

Ebenso beugen wir uns vor dem Lebensweg Jesu Christi und seinem Rollenvorbild. Wir reflektieren immer wieder: Was würde Jesus jetzt tun? ​Es war ihm nie wichtig, das zu tun, was die anderen wollen, was die anderen denken und erwarten. Er hat alles aus der Perspektive der Liebe getan. Gemeinsam tragen wir ihr Anliegen vor ihn, versuchen, aus seinen Worten, seiner Haltung und seinem Handeln in den Evangelien zu lernen. Das Evangelium, die gute Botschaft, ist unser Leitbild. Nutzen Sie bitte das Wort Gottes auch zwischen unseren Terminen als Medikament Gottes.  ​​​


​So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken. Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.                                        Jesaja 55, 9 - 11


​Respekt und Ihre Freiheit

​Was Sie zulassen und inwieweit Sie sich einlassen wollen, liegt ausschließlich bei Ihnen. Ich zwinge oder nötige Sie zu nichts. Ich gebe Rat ohne Druck und erkläre, damit Sie selbst wählen können. Es ist Ihr Leben und Sie haben mit dem zu leben, was Sie denken, sagen und tun oder lassen und entscheiden. Ihre Autonomie ist für mich unantastbar. Ihre Konfession oder Lebensanschauung achte ich. Persönlich bin ich katholisch, habe jedoch evangelische Wurzeln und bekenne mich zur Ökumene. Selbst wenn Sie bisher nicht gläubig oder nicht Christ(in) sind - Sie sind genauso willkommen. Versuchen Sie es einfach mal mit Gott!

>